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Pilates vs Yoga

Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Pilates und Yoga

Wenn man Pilates unterrichtet, bekommt man immer wieder die Frage gestellt, was eigentlich der Unterschied zwischen Yoga und Pilates ist. Das liegt vermutlich daran, dass Yoga einfach die viel verbreitetere und bekanntere Sportart ist. Langsam setzt sich aber auch Pilates als beliebtes Training immer mehr durch. Im folgenden Blogartikel „Pilates vs Yoga“ erkläre ich euch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der zwei Methoden.

Was dich in diesem Artikel erwartet:

Pilates vs Yoga im Überblick

Pilates

  • Grundgedanke: Durch eine starke Mitte – das Powerhouse – und fließende Bewegungen, soll der Körper gekräftigt werden.
  • Ziel: Pilates ist ein gesundheitsförderndes Training für den ganzen Körper. Es stärkt die Muskulatur, steigert die Ausdauer und verbessert die Haltung.
  • Herkunft: Joseph Pilates entwickelte seine Trainingsmethode während des ersten Weltkriegs.

Yoga

  • Grundgedanke: Die Yoga Praxis soll Körper, Geist und Seele in Einklang bringen.
  • Ziel: Durch die körperlichen Übungen und Meditation findet man zu innerer Ruhe und Freiheit. Yoga geht über den sportlichen Gedanken hinaus und ist eine Lebensphilosophie.
  • Herkunft: Der Ursprung von Yoga liegt im Hinduismus und Buddhismus im alten Indien.

Herkunft

Pilates vs Yoga beginnt schon bei der Herkunft der beiden Sportarten: Die Geschichte von Pilates beginnt im 20. Jahrhundert. Die Trainingsmethode wurde nach seinem Erfinder Joseph Pilates benannt. Der Deutsche Joseph Pilates entwickelte sein Trainingskonzept mit verschiedenen Übungen, die das Ziel hatten Ausdauer, Kraft und Haltung zu verbessern, als er während des ersten Weltkriegs in England stationiert war. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland unterrichtete und trainierte er unter anderem Polizisten nach seiner Methode. Später wanderte er nach New York aus, lernte seine Frau Clara kennen und entwickelte gemeinsam mit ihr Pilates als ganzheitlich körperliches und gesundheitsförderndes Training weiter.

Der Ursprung von Yoga liegt mehrere Tausend Jahre zurück. In Aufzeichnungen werden schon 1500 Jahre vor Christus die ersten Yogis in Indien erwähnt. Beschrieben werden heiliger Männer, die meditieren und Atemübungen machen. Einige Wissenschaftler datieren den Ursprung von Yoga sogar noch weiter nach hinten und berufen sich dabei auf 5000 Jahre alte Darstellungen, die bereits Männer in Yoga-Haltungen zeigen sollen. Im Gegensatz zu Pilates hat die Geschichte von Yoga ihren Ursprung in der Religion und Philosophie. Im Laufe der Jahrhunderte kam Yoga auch im Westen an und wird mittlerweile in zahlreichen Variationen unterrichtet.

Philosophie und Ziele

Beim Pilates steht die Kräftigung der Muskulatur und die Stärkung des Körpers im Mittelpunkt. Es geht darum, Verletzungen vorzubeugen, die Ausdauer und Kraft zu steigern und einen gesunden starken Körper zu formen – Pilates kann also auch als Training für einen gesunden Lifestyle gesehen werden. Im weiteren Sinn bezog Joseph Pilates auch die Stärkung des Geistes in sein Konzept mit ein. Jedoch sah er die mentale Stärke eher als Folge des körperlichen Trainings. In den Pilates Prinzipien wird das Zusammenspiel von Körper und Geist verdeutlicht. Die körperliche Betätigung baut Stress ab und die Konzentration auf den Körper, die genaue Ausführung der Übungen und die Aufmerksamkeit auf die Atmung, helfen dabei, den Geist zu fordern und zu erfrischen.

Im Yoga hingegen spielen Mediation und Spiritualität eine wesentlich zentralere Rolle. Yoga kann auch mit „Einheit“ oder „Harmonie“ übersetzt werden und wird als Lebensphilosophie verstanden. Es umfasst verschiedene körperliche Übungen (Asanas), Atemtechniken und Meditation und soll den Körper, Geist und die Seele in Einklang bringen. Die Praxis wurde ursprünglich nicht erfunden, um den Körper zu trainieren, sondern um einen Weg zu finden, durch Meditation möglichst lange konzentriert zu bleiben und den Geist zu beruhigen. Das Ziel und der eigentliche Sinn sind nicht – wie im Pilates – die körperliche Fitness, sondern innere Freiheit zu erlangen.

Die Atmung

Die richtige Atemtechnik ist im Pilates bei der Ausführung der Übungen sehr wichtig. Grundsätzlich wird durch die Nase ein- und durch den Mund wieder ausgeatmet. Bei den meisten Übungen geht man mit der Einatmung in die Vorbereitung und mit der Ausatmung in die Übungsausführung. Da die Körpermitte, das sogenannte Powerhouse, während des Trainings immer angespannt ist, fließt der Atem in den Brustkorb.

Die Atmung zählt zu einem zentralem Element der Yoga Praxis. Im Gegensatz zu Pilates, wird beim Yoga hauptsächlich über die Nase und in den Bauch geatmet. Es gibt sogar spezielle Atem-Übungen im Yoga, die der reinen Entspannung dienen. Bei den sogenannten Pranayama-Übungen wird sowohl durch die Nase als auch durch den Mund geatmet.